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Wie alles in unserer Welt verlagert sich auch der Handel rasch auf digitale Zahlungen. Was vor mehr als einem Jahrzehnt mit dem Wachstum des elektronischen Geschäftsverkehrs (E-Commerce) und der Verbreitung digitaler Zahlungsformen begann, wurde in den letzten zwei Jahren durch die Pandemie exponentiell beschleunigt. Heute tätigen oder empfangen zwei Drittel aller Erwachsenen weltweit digitale Zahlungen. Dies ist Teil eines anhaltenden Trends, von dem Experten erwarten, dass er sich in der Zeit nach der Pandemie als „neue Normalität“ fortsetzen wird.

Banken, Kreditgenossenschaften und andere Finanzinstitute können diese massiven Veränderungen der Zahlungsmethoden nicht ignorieren. Sie müssen in Technologien investieren, um voraus­schauende, zukunftsfähige digitale Zahlungslösungen zu entwickeln, die der Nachfrage der Verbraucher gerecht werden, reibungslose digitale Zahlungserfahrungen ermöglichen, Nicht-Bankkunden anziehen und die Sicherheitsvorteile bieten, die für die Reduzierung der wachsenden Cyberrisiken erforderlich sind.

Was sind digitale Zahlungen?

Im einfachsten Sinne handelt es sich bei digitalen Zahlungen um Transaktionen, die über digitale, Online- oder andere elektronische Medien abgewickelt werden. Das reicht von Internet-Banküberweisungen, telegrafischen Geldüberweisungen und elektronischen Schecks über E-Wallets und digitale Zahlungs­anwendungen wie Apple Pay und Google Pay bis hin zur zunehmenden Nutzung von Kryptowährungen und damit verbundenen Produkten wie der Coinbase Wallet.

Statistiken und Trends im Zusammenhang mit dem digitalen Zahlungsverkehr

Warum digitale Zahlungen für Finanzinstitute immer wichtiger werden

Es gibt drei Hauptgründe, warum jedes Finanzinstitut digitalen Zahlungslösungen jetzt und in Zukunft Priorität einräumen sollte:

  1. Erfüllung der Verbrauchernachfrage: In der Bankenwelt wie auch in anderen Bereichen geht es heute immer mehr um das Kundenerlebnis − und die Kunden wünschen sich eindeutig digitale Zahlungsmöglichkeiten. Unserem jüngsten Bericht zufolge geben mehr als die Hälfte der Verbraucher an, dass kontaktlose digitale Zahlungsmöglichkeiten ihre bevorzugte Zahlungsmethode sind. Darüber hinaus geben die Verbraucher zunehmend an, dass flexible Zahlungsmöglichkeiten der wichtigste Faktor bei der Auswahl eines Finanzinstituts sind − und ein Hauptgrund für den Wechsel zu einem anderen Finanzinstitut. Fest steht: Ein modernes digitales Zahlungserlebnis ist heute unerlässlich, um Kunden zu gewinnen und zu binden.
  2. Aktivieren der Online-Kontoeröffnung: Die Verbraucher wickeln den Großteil ihrer Bankgeschäfte über digitale Kanäle ab, und dazu gehört zunehmend auch die Eröffnung neuer Konten ausschließ­lich online oder über ein mobiles Gerät. Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer ziehen es vor, ein Bankkonto digital zu eröffnen. Diese Präferenz ist besonders hoch bei den Befragten der Generation Z (65 %), den Millennials (69 %) und der Generation X (54 %). Digitale Zahlungen wie digitale Kartenlösungen ermöglichen es Finanzinstituten, eine nahtlose Online-Kontoeröffnung anzubieten und geben neuen Kontoinhabern fast sofort Kaufkraft.
  3. Sichere Transaktionen: Betrug war schon immer eine Belastung für die Einnahmen und den Ruf. Die durch Betrug verursachten Kosten steigen jedoch weiterhin erheblich an, insbesondere da immer mehr Transaktionen online abgewickelt werden, wo herkömmliche Kredit- und Debitkarten leichter gehackt, kompromittiert und missbräuchlich verwendet werden können. Wichtiger als die Kosten durch Betrug ist der Verlust des Vertrauens der Kunden. Neun von zehn Verbrauchern sind sehr besorgt, Opfer eines Betrugs zu werden. Und wenn es zu einem Betrug kommt, neigen sie dazu, das Finanzinstitut verantwortlich zu machen: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie ihr Finanzinstitut wechselten, nachdem sie von einem Betrug erfahren hatten. Führende Lösungen für den digitalen Zahlungsverkehr und digitale Karten bieten mehrere zusätzliche Sicherheitsebenen für Transaktionen, sowohl online als auch in Geschäften, und geben Kunden und Finanzinstituten ein sicheres Gefühl.

Die wichtigsten Vorteile des digitalen Zahlungsverkehrs

Im Vergleich zu Bargeld, Schecks und anderen Formen des herkömmlichen physischen oder analogen Zahlungsverkehrs bieten digitale Zahlungen wie digital ausgegebene Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten sowohl dem Ausstellenden als auch dem Kunden eine Reihe von Vorteilen:

  • Sicherheit: Mit einer digitalen Kartenlösung, die Tokenisierung ermöglicht, profitieren Karteninhaber von einer einheitlichen Möglichkeit zur Übertragung und Kontrolle digitaler Karten über ihre Bankanwendung für jeden beliebigen Anwendungsfall – jeweils mit einem individuellen Token pro Anwendungsfall. Dadurch wird das Risiko des Diebstahls von Zugangsdaten und des Betrugs erheblich verringert. Der digitale Zahlungsverkehr ermöglicht auch den Einsatz modernster digitaler Sicherheitstechnologien, einschließlich hochsicherer Authentifizierungs-, Token- und Verschlüsselungsmethoden und mehr.
  • Kontrolle: Eine digitale Kartenlösung ermöglicht es dem Kartenaussteller (oder dem Karteninhaber), genauer zu kontrollieren, wie, wann und wo die Karte genutzt werden kann. Der Kartenaussteller kann dem Karteninhaber mittels einer Online- oder Mobile-Banking-Plattform auch eine flexible Kontrolle über diese Beschränkungen ermöglichen.
  • Transparenz/Sichtbarkeit: Da jede Transaktion mit einer digitalen Karte an eine eigene Karten­nummer gebunden ist, ist es für Aussteller und Karteninhaber einfacher, Transaktionen und Salden in Echtzeit zu sehen und zu verfolgen. Auch die Betrugsermittlung wird dadurch schneller und klarer.

Welche Arten von digitalen Zahlungen gibt es?

Digitale Zahlungen umfassen sämtliche Methoden zur Überweisung von Geld oder digitalen Währungen zwischen zwei Parteien unter Verwendung digitaler Zahlungstechnologien. Dazu gehören in der Regel mehrere Arten von digitalen Zahlungen:

  • Elektronische Online-Zahlungssysteme: Elektronische Banküberweisungen, eChecks und telegrafische Geldüberweisungen
  • Mobile Zahlungs-Apps: PayPal, Venmo, Zelle, etc.
  • E-Wallets, Cyberwallets, Digital Wallets: Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay, usw.
  • Digitale Karten: Eine Kredit-, Debit- oder Prepaid-Karte, die direkt von einem Finanzinstitut an die E-Wallet/Cyberwallet eines Kunden ausgegeben wird
  • Kontaktlose Zahlungen: Diese weit gefasste Kategorie umfasst kontaktlose Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten mit NFC-Technologie (Near Field Communication) und kann sich auf E-Wallets beziehen, die MST-Technologie (Magnetic Security Transmission) verwenden.
  • Kryptowährungen: Distributed-Ledger-Technologien, vorrangig Blockchain, die sichere digitale Transaktionen ermöglichen

Warum digitale Karten die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs prägen werden

Da E-Wallets/Cyberwallets wie Apple Pay und Google Pay mittlerweile auf breiter Front angenommen und genutzt werden, stellen Finanzinstitute und andere Aussteller auf eine neue, bessere Art der Karten­ausstellung um. Anstatt eine physische Kredit- oder Debitkarte auszugeben, nutzen Banken und Kredit­genossenschaften digitale Kartenlösungen, um digitale Zahlungsnachweise (d. h. eine neue Kredit- oder Debitkarte) direkt in der E-Wallet/Cyberwallet des Karteninhabers bereitzustellen.

Diese digitalen Kartenlösungen bieten nicht nur klare Vorteile gegenüber herkömmlichen Zahlungs­methoden, sondern die digitale Karten entwickeln sich auch zu einer führenden digitalen Zahlungsmethode für Verbraucher und Aussteller gleichermaßen.

  • Sicherheit von digitalen Zahlungen: Digitale Karten ermöglichen es Ausstellern, sämtliche hochsicheren digitalen Sicherheitstechnologien einzusetzen, um Betrug zu verhindern.
  • Vertrauen und Vertrautheit: Im Gegensatz zu mobilen Zahlungsanwendungen wie Venmo oder flüchtigen Kryptowährungen werden digitale Kartenlösungen von der Bank oder Kreditgenossen­schaft des Kunden ausgegeben, was von Anfang an eine starke Vertrauensbasis und Vertrautheit gewährleistet.
  • Umgehende Ausstellung: Die Kunden müssen nicht warten, bis sie eine physische Karte per Post erhalten, um diese neue Karte dann in ihre E-Wallet/Cyberwallet einzugeben. Die digitale Karte wird direkt auf die E-Wallet/Cyberwallet ausgestellt und kann sofort verwendet werden.
  • Bequeme Verwendung: Die zunehmende Nutzung von E-Wallets zeigt, dass die Verbraucher den Komfort digitaler Kartenlösungen bevorzugen, sowohl für Onlinezahlungen als auch für Geschäftstransaktionen vor Ort.

Wie digitale Kartenlösungen funktionieren

Im grundlegendsten Sinne umfasst eine digitale Kartenlösung fünf Elemente:

Bankkonto auf Kundenseite
Der Karteninhaber muss ein Konto bei einem Finanzinstitut haben, das über ausreichende Mittel für die Transaktion verfügt.

E-Wallet
Der Karteninhaber muss eine E-Wallet, wie Apple Pay oder Google Pay, auf seinem Smartphone oder einem anderen Gerät installiert haben. Daneben gibt es NFC Issuer Wallets, die es dem Karteninhaber ermöglichen, über seine Banking-App Zahlungen vorzunehmen, sodass der Umweg über eine Drittanbieter-Wallet entfällt.

Digitale Karte mit Drittanbieter-Wallet
Die digitale Kredit- oder Debitkarte mit der vom Finanzinstitut ausgegebenen NFC Wallet stellt eine Verknüpfung zwischen dem Bankkonto des Kunden und seiner E-Wallet her. So kann dieser über seine E-Wallet auf Geldmittel zugreifen und Transaktionen durchführen.

Digitales Übertragungs-/Verarbeitungssystem
Dies ist das Medium, über das die Transaktion abgewickelt wird und das gemeinhin als Zahlungsschiene bezeichnet wird.

Zahlungssystem auf Händlerseite
Schließlich muss der Händler über ein POS-System oder eine andere Zahlungsverarbeitungstechnologie verfügen, um digitale Kartenzahlungen zu empfangen.

Schlüsselkomponenten einer digitalen Kartenlösung

Die obige Erklärung zeigt das Ökosystem der digitalen Karte in seiner grundlegendsten Form. In der Tat können digitale Kartenlösungen eine Vielzahl von Funktionen und Technologien umfassen. Wenn Aussteller ihre digitalen Kartenlösungen erstellen, sollten sie darauf achten, die folgenden Komponenten und Fähigkeiten einzubeziehen, um das volle Potenzial und den Wert digitaler Karten auszuschöpfen:

  • Umgehende Bereitstellung: Bereitstellung digitaler Karten direkt auf die Smartphones der Karteninhaber in Echtzeit und ohne Wartezeit.
  • Sichere Kartenanzeige: Sichere Anzeige sensibler Kartendaten innerhalb der E-Wallet/Cyberwallet-Anwendung, damit Karteninhaber für Internet-Transaktionen bezahlen können, ohne eine physische Karte zu benutzen.
  • NFC Issuer Wallet: Verwandeln Sie Ihre Mobile-Banking-App in eine NFC-fähige Brieftasche und halten Sie die strategische Verbindung zu den Karteninhabern durch NFC-Mobilzahlungen in der App aufrecht.
  • Verschieben zu x-pays und E-Commerce-Händlern: Um ein Höchstmaß an Bequemlichkeit und Einfachheit zu bieten, sollten Karteninhaber die Möglichkeit haben, digitale Karten direkt in Cyberwallets zu verschieben. Als zusätzliche Funktion können Sie „Click to Pay“ bei kompatiblen E-Commerce-Händlern aktivieren.
  • Kartenwarnungen und -kontrollen: Ermöglichen Sie Kontrollen für Karteninhaber zur Verringerung von Betrug und zur Gewährleistung von Vertrauen, einschließlich der Möglichkeit, Karten und Token zu aktivieren und zu deaktivieren und Ausgaben in bestimmten Zahlungskategorien wie Kleidung oder Transport zu begrenzen.
  • Token-Manager: Ermöglichen Sie Karteninhabern die Selbstverwaltung ihrer digitalen Karten und sicheren Token mit einem hochmodernen Zahlungsmanagement-Tool, das den Supportaufwand auf Seiten der Kartenaussteller reduziert.
  • PIN-Eingabe: Zeigen Sie den PIN-Code sicher in der Anwendung an und lassen Sie die Karten­inhaber die PIN für ihre Karte wählen. Die PIN ist dann sofort in der App verfügbar.

So sichern Sie Transaktionen mit digitalen Kartenlösungen

Digitale Kartenlösungen bieten von Natur aus ein höheres Maß an Transaktionssicherheit als herkömmliche Zahlungsmethoden. Es gibt jedoch zwei wichtige Möglichkeiten, wie Aussteller die Transaktionssicherheit noch erhöhen können, um Betrug einzudämmen und Kunden zu schützen:

  1. Token für sensible Informationen: Die Ausstellung von Token oder eine Verschlüsselung schützt alle sensiblen Kundendaten an der Quelle und bei der Weitergabe. Durch Token werden personen­bezogene Daten unkenntlich gemacht, sodass sie nur von Systemen oder autorisierten Benutzern mit dem richtigen Sicherheitsschlüssel interpretiert und verwendet werden können. Wenn ein Kunde also einen Kauf mit einer digitalen Karte tätigt, wird ein händlerspezifisches verschlüsseltes Token für jeden Kauf bereitgestellt, anstatt eine einzelne Kartennummer direkt weiterzugeben. Wenn der Händler eine Sicherheitsverletzung erleidet, sind die Daten des Karteninhabers geschützt, unlesbar und für Hacker praktisch unbrauchbar.
  2. Authentifizierung der Identität: Satte 61 % der Datenschutzverletzungen werden durch gestohlene oder kompromittierte Zugangsdaten verursacht. Durch eine fortschrittliche Authentifizierung, die sicherstellt, dass der Nutzer einer E-Wallet/Cyberwallet (und der darin enthaltenen digitalen Karte) derjenige ist, der er vorgibt zu sein, können die meisten dieser Angriffe abgewehrt werden. Dazu gehören Taktiken wie passwortloser Zugang, Gerätereputationsmanagement, Transaktionsverifizierung und adaptive Authentifizierung, die allesamt die Transaktionssicherheit deutlich erhöhen, ohne unnötigen Aufwand oder Probleme für den Karteninhaber zu verursachen. Diese Authentifizierungstechnologien spielen auch eine wichtige Rolle in einem umfassenden Betrugsüberwachungsprogramm. Sie helfen dem Aussteller, proaktiv Betrugsmuster zu erkennen, den Karteninhaber zu warnen und schnell zu reagieren.

Investitionen in digitale Kartenlösungen zum Aufbau eines Wettbewerbsvorteils

Die Verbraucher möchten bezahlen können, wann und wie sie wollen − und dies wird mit Entrust möglich gemacht. Die Banken geben zunehmend ihre eigenen Peer-to-Peer (P2P)- und Peer-to-Business (P2B)-Lösungen auf und konzentrieren ihre Ressourcen stattdessen auf Partnerschaften, um die Nachfrage der Verbraucher in diesem Bereich zu erfüllen. Die Funktion „Jetzt kaufen, später bezahlen“ (Buy Now Pay Later, BNPL) wird immer allgegenwärtiger, da Banken zunehmend die Möglichkeit eines Zahlungsaufschubs anbieten. Und Cyberwallets sind auf dem Vormarsch, da die Transaktionen nicht die physische Präsenz des Zahlenden erfordern und reibungslos durchgeführt werden können. Aussteller, die den Trend nicht aufgreifen, also keine Zahlungsanwendungen integrieren, werden wohl auf der Strecke bleiben.

Erfahren Sie, wie die digitale Kartenlösung von Entrust es Banken ermöglicht, digitale Zahlungsdaten direkt von der mobilen Anwendung Ihrer Bank oder Kreditgenossenschaft in das mobile Wallet des Karteninhabers zu übertragen. Implementieren Sie mit Entrust schnell digitale Zahlungen in Ihre Banking-App.